Erkunde die Stadt Borna

Borna ist eine Große Kreisstadt in Sachsen , etwa 30 km südlich von Leipzig . Die Stadt ist der Verwaltungssitz des Landkreises Leipzig. www.borna.de

Stadt Borna
Stadt Borna

Geographie…

Borna liegt im südlichen Teil der Leipziger Tieflandbucht, im Naturraum Bergbaurevier Südraum Leipzig. Durch die Stadt fließt der kleine Fluss Wyhra, der sich zuvor durch das Landschaftsschutzgebiet Wyhraaue schlängelt. In der heutigen Umgebung von Borna entstanden im Tertiär umfangreiche Braunkohlevorkommen, deren Förderung im Tagebau in den vergangenen 100 Jahren das Landschaftsbild wesentlich geprägt hat. So sind Berge aus den Abraumhalden der Tagebauaufschlüsse entstanden, und aus den Tagebaurestlöchern wurde durch Flutung das Leipziger Neuseenland mit den Speicherbecken Borna und Witznitz. Südöstlich von Borna befindet sich das Kohrener Land, eine landschaftlich und kulturell reizvolle Gegend. Die Stadt liegt inmitten der Metropolregion Mitteldeutschland, so ist Leipzig 33 km, Gera 50 km, Chemnitz 58 km, Halle 67 km, und Dresden 113 km entfernt. Benachbarte größere Städte sind Altenburg in 17 km, Grimma in 24 km und Zeitz in 35 km Entfernung.

Geschichte…

Auf dem heutigen Stadtgebiet Bornas gab es zuerst zwei Siedlungen; Altstadt und Wenigborn. Vor der Stadtgründung gab es auf dem Gebiet der Stadt seit dem 9. Jahrhundert eine Wasserburg. Eine erste urkundliche Erwähnung von Borna als Stadt gab es 1251. In den Kriegen des Mittelalters wurde Borna jedes Mal schwer zerstört und brannte fünfmal nieder. Durch den Ort führten wichtige Heeres- und Salzstraßen (B 93 und ehemalige B 95). Im 12. Jahrhundert gab es bei der Altstadt eine Kaufmannssiedlung, zu der auch die Kunigundenkirche gehörte. Diese Kirche zählt zu den am besten erhaltenen romanischen Backsteinbauten des 12. Jahrhunderts in Mitteldeutschland. Im 14. Jahrhundert wurden das Rathaus, die Stadtkirche St. Marien und die Stadtmauer mit ihren vier Toren errichtet. Von den Toren (Reichstor, Pegauer Tor, Roßmarktsches Tor, Altenburger Tor) blieb allein das Reichstor erhalten, in dem sich heute das städtische Museum befindet. Wirtschaftlich dominierte immer die Landwirtschaft, besonders der Anbau von Zwiebeln, was der Stadt den Spitznamen „Zwibbel-Borne“ einbrachte. In Borna stand bis 1918 die Garnison des Karabinerregiments, das mit dem Ulanenregiment Nr. 21 die 4. sächsische Kavalleriebrigade bildete. Neben dem Rathaus existiert heute noch die Alte Wache, die den Soldaten als Wachlokal diente. Mit dem Beginn des Braunkohlenabbaus um 1800 begann die Industrialisierung der Stadt. Dabei dominierte bis in die jüngste Vergangenheit die Braunkohleindustrie. Am 14. Januar 1867 wurde Borna auf Drängen des Bürgermeisters C. Heinrich durch den Bau der Strecke Borna–Neukieritzsch an das deutsche Eisenbahnnetz und somit in Neukieritzsch an die Bahnstrecke Leipzig–Hof (Sächsisch-Bayerische Eisenbahn) nach Leipzig angeschlossen. Dieser Bahnanschluss war durch private Gelder und die Stadtkasse finanziert worden und war somit die einzige städtische Bahn im Königreich Sachsen. Am 8. April 1872 wurde die Strecke über Geithain nach Chemnitz verlängert (Bahnstrecke Neukieritzsch–Chemnitz). Berühmte Gäste der Stadt waren: Martin Luther 1522, Zar Alexander I. 1813, Napoleon Bonaparte. Nach der Stadt ist ein Pferdevirus benannt, das Bornavirus (auch BDV – engl. Borna Disease Virus) der Familie Bornaviridae, weil die von ihm hervorgerufene Krankheit erstmals 1885 bei Kavalleriepferden der Stadt beschrieben wurde. Es ist verwandt mit dem Tollwutvirus beim Menschen. 1908 fand man in der Nähe der Stadt ein sehr gut erhaltenes Mammutskelett, das daraufhin Bornaer Mammut genannt und im Museum für Völkerkunde zu Leipzig ausgestellt wurde, bis es im Dezember 1943 infolge eines Bombenangriffs fast vollständig verbrannte.

Wappen…

Das Wappen der Stadt Borna ist ein dreigeteilter Schild mit den Grundfarben Gold und Blau. Im ersten Feld zeigt das Wappen den nach rechts gewandten schwarzen Meißner Löwen, im zweiten Feld einen silbernen Helm mit Helmzier. Dieser besteht aus einem roten und silbernen gestreiften Männerrumpf, dem sogenannten Meißner Judenkopf. Sein bärtiges Haupt trägt eine rot-silbern gestreifte Mütze, die mit einem Pfauenwedel besteckt ist. In der blauen Spitze des Wappens steht eine goldene Kirche mit drei Türmen. Diese drei Wappenbilder gehen auf die Überlieferung des ältesten Stadtsiegels zurück. Winzig klein sind dort schon der Löwe und der Helm mit dem Judenhut zu erkennen – beide führten auch die Markgrafen von Meißen in ihrem Wappen, und mit ihnen dokumentierte die Stadt ihre Zugehörigkeit zur Markgrafschaft Meißen. In der Mitte des Siegels dominierte allerdings eine große, dreitürmige Kirche, die von dem Historiker Prof. O. Kittel als Symbol des Bistums Merseburg bestimmt wurde, in dessen Herrschaftsbereich sich unsere Stadt entwickelte. Seine Stadtfarben Gold und Blau hat Borna aus dem Stammwappen des Hauses Wettin abgeleitet. Sie gehörten zum Osterland und zur Mark Landsberg und begegnen uns auch im Leipziger Stadtwappen als blau-goldene „Landsberger Pfähle“. Bevor das Wappen seine heutige Gestalt erhielt, war seit dem Jahre 1845 eine bunt bemalte, vergrößerte Form des Stadtsiegels in Gebrauch, die allen Regeln der Heraldik widersprach, so dass das Innenministerium Änderung verlangte. Als Kuriosum kann dieses Wappen an der kostbaren Kassettendecke des Ratssaales im Rathaus betrachtet werden. Im August 1897 wurde das Wappen, durch das Königl. Sächs. Ministerium des Innern offiziell bestätigt und ist seit dieser Zeit unverändert gültig geblieben.

Bauwerke und Sehenswürdigkeiten…

  • Marktplatz mit Rathaus (1669–1676), „Alter Wache“ (Tourist- und Stadtinformation Borna) und Bürgerhaus „Goldener Stern“
  • Hornsches Haus
  • Amtsgericht Borna
  • Stadtkulturhaus Borna
  • Superintendentur
  • Martin-Luther-Denkmal neben den beiden Kirchen am Martin-Luther-Platz
  • Stadtkulturhaus (ehemaliges Theater)
  • Reichstor (1723), letztes von vier Stadttoren, auch Reste der Stadtmauer erhalten
  • Volksplatz Borna, eine Freilichtbühne im Stil eines Amphitheaters mit fast 10.000 Plätzen und Europas größter feststehender Film Wand
  • Gymnasium „Am Breiten Teich“ (1907–1908 als Königliches Realgymnasium Borna errichtet)
  • Brikettfabrik Witznitz (1912), 1992 stillgelegt, heute ein Ort für Veranstaltungen und klassische Konzerte
  • Brikettfabrik Neukirchen, jetzt Sport- und Freizeitzentrum "Terra Cultura"
  • Neuholländermühle im Ortsteil Wyhra
  • Stephanuskirche in Wyhra
  • Wassermühle in Wyhra

Kirchen… 

Die Stadtkirche St. Marien mit dem spätgotischen Flügelaltar von Hans Witten. Das Untergeschoss des Turmes stammt aus der Mitte des 13. Jahrhunderts. 1411 wurde der Chor neu erbaut, 1455 die Pfeiler und Gewölbe des Langhauses. Am 16. Oktober 1456 weihte der Merseburger Bischof das Bauwerk ein. Der Flügelaltar ist ein Zeugnis des Spätmittelalters und trägt über dem Mittelschrein das Entstehungsdatum 1511. Im Jahre 1555 erfolgte eine Aufstockung des Turmes. Während der Völkerschlacht bei Leipzig diente die Kirche als Lazarett, nach verschiedenen Renovierungsmaßnahmen prägt sie heute den ältesten Teil der Stadt. Emmauskirche von Heuersdorf. Der Ort lag westlich von Borna und wurde bis 2010 durch den Tagebau Vereinigtes Schleenhain zerstört. Die Bewohner verloren ihre Heimat. Um dieses Kulturgut zu retten, wurde die Kirche 2007 auf 160 Rädern eines Speziallasters von Heuersdorf nach Borna umgesetzt. Das romanische Gotteshaus aus dem 13. Jahrhundert soll neben der Nutzung zu Gottesdiensten und öffentlichem Einlass auch ein Ort der Begegnung für ehemalige Bewohner sein. Die Kirche ist komplett eingerichtet und enthält eine Tafel mit den Orten, die dem Tagebau zum Opfer gefallen sind. Zur Weihnachtszeit wird eine Krippe aufgebaut. Geöffnet ist sie täglich, Besucher können im Innenraum gegen eine Spende Schriften mitnehmen.

Weitere Kirchen…

  • Kunigundenkirche (romanische Basilika, zählt zu den frühesten Backsteinbauten Mitteldeutschlands)
  • Wiprechtkirche zu Eula
  • Katholische Kirche St. Joseph in der Staufenbergstraße, ehemals Casino bis 1919
  • Kirche der Freien Evangelischen Kirche
  • Neuapostolische Kirche in der Oststraße

Regelmäßige Veranstaltungen…

  • Abonnement- und Matineekonzerte des Leipziger Symphonieorchesters
  • Sommerspektakel
  • Stadtfest
  • Open-Air-Sommerkino
  • Sparkassen Neuseen Classics
  • 7-Seen-Wanderung
  • Lutherlauf
  • Zwiebellauf

Freizeit und Sport…

In Borna und seinen Ortsteilen befinden sich mehrere Sporthallen und Sportfelder. Die modernste Sportanlage der Stadt ist die Glückauf-Sporthalle, die zusammen mit dem Rudolf-Harbig-Stadion, in dem der Bornaer SV 91 seine Heimspiele austrägt, zum Sportzentrum Borna-Nord gehört. Darüber hinaus befinden sich in der Stadt eine Hockey-Bahn und eine Tennisanlage. Seit dem erfolgten Umbau zum Schwimmsportzentrum trägt die städtische Schwimmhalle den Namen „Jahnbad Borna“ und lädt zum Schwimmen, Saunieren und Entspannen ein. Das Speicherbecken Borna („Adria“) ist ein Gewässer zum Baden, Angeln und Surfen. Aufgrund der Länge der Krone von 6500 m gehört es zu den größten Talsperren der Erde. Auch am östlich gelegenen Bockwitzer See kann man Angeln und Baden, ebenso dient er der Erholung. Ebenso das nordwestlich von Borna gelegene Speicherbecken Witznitz ist für den Wassersport geeignet. Borna ist eine Station am Lutherweg Sachsen. Des Weiteren verlaufen die Neuseenland-Radroute und die Wyhratal-Radroute durch die Stadt.

Wirtschaft und Infrastruktur…

Wie bereits erwähnt, war die Braunkohle-Industrie seit der Entdeckung der Lagerstätten der dominante Wirtschaftszweig in Borna, bis fast alle Betriebe dieser Art nach der Wende wegen Unrentabilität geschlossen wurden. Der größte Arbeitgeber der Stadt ist das Klinikum Borna, das neben dem Krankenhaus Zwenkau zu den Sana Kliniken Leipziger Land gehört. Die Kliniken Leipziger Land sind ein Krankenhaus der Grund- und Regelversorgung und verfügen derzeit über 480 Betten in zehn bettenführenden Fachabteilungen mit elf chefarztgeführten Kliniken und Instituten. Das Klinikum ist akademisches Lehrkrankenhaus der Universität Leipzig. Borna ist eines von 19 zertifizierten Brustzentren in Sachsen, eines von zehn Darmzentren sowie eines von 13 Schlaganfallzentren. Zudem besitzt die Klinik die erste Abteilung für Naturheilkunde in Ostdeutschland. In Borna ist im Mai 2006 eines der modernsten Solarkraftwerke der Welt ans Netz gegangen. 438 computergesteuert schwenkbare Kollektoren erzeugen eine Leistung von 3,44 Megawatt, mit denen rund 1800 Haushalte versorgt werden können.

Verkehr…

Die Bundesautobahn 72 von Chemnitz nach Leipzig endet seit dem 9. August 2013 vorläufig an der künftigen Anschlussstelle Borna-Nord, über die die Stadt, ebenso wie über die Anschlussstelle Borna-Süd, an das Fernstraßennetz angebunden ist. Die weitere Streckenführung bis Rötha befindet sich derzeit im Bau und soll voraussichtlich im 3. Quartal 2017 fertiggestellt sein. Einige Kilometer nördlich der Stadt befindet sich zudem die A 38, bis zu der die A72 zukünftig verlaufen soll. Darüber hinaus liegt Borna im Schnittpunkt der Bundesstraßen B 93, B 95 und B 176. Seit der Eröffnung des Citytunnels Leipzig am 15. Dezember 2013 ist Borna über folgende S-Bahnlinie an das Netz der S-Bahn Mitteldeutschland angeschlossen.

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